„Foren sind jetzt aber eher so 1990…“

Unfassbar. Früher war das Internet eine neue interessante Technik um Informationen auf „einfachem“ Wege schnell zu verbreiten. Mittlerweile gibt es täglich  neues im Internet zu entdecken und Vokabeln die man sich einprägen muss, weil man sonst nicht cool genug für den Technischen Fortschritt ist.

Täglich lesen wir Nachrichten (natürlich im Internet) über neue coole Plattformen und Webanwendungen die das ganze noch viel cooler und besser für uns machen.

meinVZ, studiVZ, idiotenVZ, Facebook, Twitter, quoteFM, joinR, myclan.eu, esl, google+ usw.

Wenn man mal genau hinguckt, werden doch nur die Webseiten wirklich groß, die uns die Möglichkeit geben auf einem für die aktuelle Zeit innovativen Weg zu kommunizieren. Alles was lange gleich bleibt langweilt uns doch irgendwann. Facebook z.B. macht es genau richtig. Fast wöchentlich gibt es wundervoll innovative Neuerungen auf der Seite. Die Nutzer müssen zwar quasi den ganzen Umgang mit der Plattform neu lernen, aber das wollen wir doch! Solange das neue voll cool ist, weil es die und die Neuerung hat, machen wir das gerne mit. Ansonsten wird es doch irgendwann langweilig und man hat quasi den Effekt wie die ehemals großen Plattformen die diese Vorgehensweise verpennt haben und nun nach und nach genauso schnell in Vergessenheit geraten wie sie auf einmal da waren.

Die ganzen anderen supercoolen Seiten haben es sowieso viel schwerer sich auf Dauer zu behaupten. Ich persönlich habe mittlerweile kein Bock mehr mich jeden Tag auf irgendwelchen Seiten und Diensten anzumelden und ein neues Webseiten-spezifisches Vokabular neumodischer Wörter wie „faven„, „followen„, „quoten“ usw. zu lernen. Letztlich werden Webseiten die diese obercoolen Begriffe selbst für Button-Namen verwenden doch eh nicht von Menschen die schon über 35 sind besucht.

Interessant finde ich auch die quasi WebPromis. Menschen die aufgrund ihrer frechen und vulgären „Posts“  oder anderen ungewöhnlichen Inhalten sich auf Twitter und co einen Namen machen. Sie werden von tausenden Menschen „gefollwed und sind im Internetbekannt wie es Paris Hilton bei jedem von uns ist. Stellt man eine solche Person ins Fernsehen, würden ein paar 16-29 Jährige diese Menschen wahrscheinlich sogar erkennen. Vorausgesetzt man ist auf der richtigen Plattform angemeldet. Ist es aber denn wirklich so toll, wenn man sich im Internet durch ein Benehmen bekannt macht, wofür man auf der Straße bzw. im echten Leben nicht auf viel gegenliebe stoßen würde?

Scheinbar JA! =)

Man hat sich dann einen großen Kreis an „Abonnenten“ geschaffen, die vermutlich fast alles lesen was man schreibt. Wenn man sich mal die Historie der Twitter Legende Marcel Wichmann und sein Werk quote.fm anschaut, hat man endlich mal ein Paradebeispiel wie die „StartUps“ von Heute ihre Karriere beginnen. Das Zitat in der Überschrift ist übrigens von ihm.

Man meldet sich zwar bei einer Menge neuer Plattformen an, aber effektiv nutzen tut man nur wenige. Ich denke wir sind halt an einem Punkt angelangt, wo wir uns wirklich für ein paar coole Sachen aus dem Internet entscheiden müssen. Oder man verbringt seine Freizeit lieber mal wieder mehr im Reallife und ignoriert sein Smartphone, iPad, MacBook oder was auch immer und konzentriert sich auf die Menschen die gerade vor einem sitzen. Im besten Fall sind das die eigenen Freunde und nicht die die man auf Facebook Freunde nennt und noch nie im Leben gesehen hat.

M

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Ein Gedanke zu „„Foren sind jetzt aber eher so 1990…“

  1. Sehr guter Artikel.
    Bringt es perfekt auf den Punkt.
    Danke für diese Zeilen.

    Zeigen mal wieder sehr gut, das es abseits von „sozialen“ Medien auch etwas gibt.
    Nicht alles was neu ist und glänzt muss gleichzeitig auch gut sein.
    🙂

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